Änderungen für Autofahrer im Jahre 2018

Verschiedene Regeländerungen stehen an, so bei den Prüfbedingungen für Crashtests und bei der Kennzeichnung von Winter- und Ganzjahresreifen. Die Versicherer änderten die Typ- und Regionalklassen und Neuwagen müssen mit dem automatischen Notruf eCall ausgerüstet werden. Die Kfz-Steuer steigt für neue Modelle mit Typenzulassung ab September 2018 und die Diskussion über Diesel-Fahrverbote geht in eine entscheidende Phase.

Was sich 2018 für Autofahrer ändert

● Verschärfte Crashtests
Die Organisation Euro NCAP verschärft jetzt die Sicherheitsregeln für hoch bewertete Fahrzeuge: Fünf Sterne Fahrzeuge nur noch Fahrzeuge, die mit Notbrems- und Spurhalteassistent ausgerüstet sind. Die Funktionstüchtigkeit der Systeme im Fall von Kollisionen mehrerer Fahrzeuge wird genauso bewertet wie der Fußgänger- und Radfahrerschutz: Verfügbare Systeme sollen sowohl auf Radfahrer als auch auf längs laufende Fußgänger zuverlässig reagieren.

● Euro 4 für Mikrocars und Mopeds
Auch für alle Fahrzeuge mit 45km/h und zwei, drei oder vier Rädern gilt ab sofort die Euro 4 Norm. Neben dem Schadstoffausstoß geht es beispielsweise auch um die Haltbarkeit von Katalysatoren. Darunter fallen jetzt auch Mopeds, Mofas, Mikrocars, Quads und Trikes.

● Neue Regeln für Ganzjahres- und Winterreifen
Bisher reichte eine Kennzeichnung der Ganzjahresreifen mit dem M+S-Symbol und der Winterreifen mit dem Alpine-Symbol einer Schneeflocke im stilisierten Berg aus.
Nun sind nur noch Alpine-Symbole zulässig. Die M+S-Kennzeichnung läuft für bis Jahresende 2017 produzierte Neureifen allerdings erst zum 30.09.2024 aus.

In diesem Zusammenhang wird nicht mehr nur der Fahrer eines Autos mit ungeeigneten Reifen, sondern auch der Fahrzeughalter mit Bußgeld zwischen 60 und 75 Euro belegt – noch höhere Bußgeldforderungen resultieren aus akuten Gefährdungen.

● Neue Regional- und Typenklassen
Mithilfe der Typen- und Regionalklassen schätzen die Fahrzeugversicherer die modell- und ortsbezogene Schadenswahrscheinlichkeit ein.

  1. Die Regionalklassen:
    In etwa 67 deutschen Zulassungsbezirken verbessern sich die Regionalklassen der Kfz-Haftpflichtversicherung: 41 Bezirke werden herabgestuft und 305 Bezirke verbleiben unverändert. Demnach ergeben sich für 5,5 Millionen Autofahrer Verbesserungen, für 3,6 Millionen Autofahrer Verschlechterungen und 31 Millionen bleiben in ihrer 2017-er Regionalklasse.
    Besser sieht es für Kasko-Versicherte aus: 2,8 Millionen gelangen in günstigere Regionalklassen und etwa 2,6 Millionen Versicherte werden ungünstiger klassifiziert.
    Gar keine Änderungen gibt es für ca. 29 Millionen der etwa 34 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten.
  2. Die Typenklassen:
    Für etwa 73 Prozent der Autofahrer ändert sich gar nichts – die Typenklassenstatistiken bescheren lediglich jedem 7. Autobesitzer eine höhere Klasse und gestiegene Beiträge. Betroffen sind überwiegend stark motorisierte Oberklassenmodelle und SUVs.
    13 Prozent der deutschen Autobesitzer rutschen in eine günstigere Klasse.
    Bei Teilkaskoversicherungen kommt es zu 20 Prozent Höherstufungen und etwa 33 Prozent werden niedriger eingestuft.

● Die Pflicht zur Endrohrmessung
Innerhalb der turnusmäßigen Abgasuntersuchungen (AU) werden Abgasmessungen an den Endrohren Pflicht. So können sowohl Defekte als auch Manipulationen besser nachgewiesen werden.

● Neue Steuerberechnung ab September
Die Kfz-Steuer neuer Automodelle wird ab dem 1. September neu berechnet. Betroffen sind neue Typenzulassungen, beispielsweise auch nach einem Modellwechsel. Hintergrund sind neue und realitätsbezogene CO2-Prüfverfahren.
Besonderheit: Neue Steuern werden für alle Wagen, deren Typengenehmigungen bereits vor dem 01.09 erteilt wurden, obwohl sie erst nach dem Stichtag vom Band liefen, zunächst nicht fällig. Erst ab September 2019 gelten die neuen Berechnungen für sämtliche Neuzulassungen.

● Grüne Plaketten zur HU
Grüne Plaketten mit der Jahreszahl 2018 auf dem Kennzeichen müssen bis zum Jahresende zur Hauptuntersuchung (HU). Neu werden 2018 blaue, 2019 orangefarbene und 2020 braune Plaketten ausgeteilt. Neben der Jahreszahl kann auch der Fälligkeitsmonat auf den Plaketten abgelesen werden.
Wer die Termine verpasst, muss mit Bußgeld oder sogar verschärften, teuren HU rechnen.

● Verbindliches Notrufsystem eCall
Sämtliche neue Pkw-Modelle müssen innerhalb der EU ab sofort mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. So soll beispielsweise die Zahl der Unfalltoten durch die automatische Notrufauslösung und die gleichzeitige Übermittlung relevanter Daten deutlich verringert werden.

● Lkw-Maut auf Nebenstrecken
Ab dem 01. Juni fällt Lkw-Maut auch für ca. 39 000 km Bundesstraße an. Ausweitungen auf die noch kleineren Landstraßen werden im Bedarfsfall ebenfalls möglich. Ausnahmen gelten noch für Fernbusse, landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h und für Schausteller.

● Fahrverbote für Diesel
Höchst instanzliche Gerichtsentscheidungen über Fahrverbote für ältere Diesel-Kfz in besonders umweltbelasteten Großstädten – allen voran Stuttgart – fallen voraussichtlich in den ersten Monaten des Jahres 2018 an.